Die Leipziger Tischlerei Möbelbau Zacharias unterstützt Betoniu gleich dreifach: beim Formenbau, bei der Entwicklung neuer Produkte und bei der Fertigung von Holzelementen für die Serienprodukte von Betoniu. Wir sprachen mit dem Inhaber Christian Zacharias.

Wie bist Du zum Thema Holz gekommen – von Anfang an die große Liebe?

Ich wollte schon als Kind Tischler werden, hab mich aber erst in anderen Sachen versucht. Weil ich recht kreativ bin habe ich als gestaltungstechnischer Assistent angefangen mit Schwerpunkt Grafik, Design, Entwerfen, Layout. Das war total super… Aber den ganzen Tag am Computer hocken? Definitiv nicht! Nach dem Zivildienst – was übers Leben gelernt – hatte ich das Glück, doch endlich eine Tischlerlehre zu kriegen. Weil ich lieber in der Werkstatt war als alles andere, war ich einer der wenigen mit vielen Überstunden… (lacht)

Was ist Dir bei Deiner Arbeit besonders wichtig?

Es muss mich reizen. Ich bevorzuge Projekte mit gewissem Schwierigkeitsfaktor, die eine Challenge, die Tüfteleien bieten. Die dann stilgerecht umzusetzen: die richtige Verbindungswahl (nehm ich gradlinige, schräge Verbindungen – oder zeige ich gar keine Verbindungen?), die richtige Optik (wie verlaufen die Hölzer, passen die Hölzer – all solche Dinge spielen hinein.

Der Leipziger Tischler Christian Zacharias im Gespräch mit Betoniu Geschäftsführer Felix Benhold

Was fließt in Deine Arbeit für Betoniu ein?

Mich reizt die Kombination Holz und Beton: dem kühlen Antlitz des Betons durch die Kombination mit Holz etwas Wärme zurückgeben. Zum anderen der definitiv knifflige Formenbau.

Nehmen wir doch mal ein konkretes Beispiel. Was ist für Dich das besondere z.B. an dem Eichenholzrahmen für den Pflanzkubus aus der Concrebench-Serie?

Pflanzkubus mit Eichenrahmen von Betoniu

Der Rahmen selbst ist schlicht – in Form und Struktur. Aber wir haben funktionelle Herausforderungen, da der Rahmen teilbar sein muss, um Pflanzen und Pflanzeinsätze herausnehmen zu können. Die erste Überlegung war eine Verbindung zwischen den beidem Rahmenteilen, z.B. mit einem Metallscharnier. Doch Holz ist ein lebendes Produkt, Beton ist nicht so lebendig (außer es kommt Wasser hinein, lacht). Daher waren auch Holzverbindungen im Außenbereich ein No-Go, Holz quillt, Holz schwindet. Daher haben wir uns für etwas sehr schlichtes, sehr elegantes entschieden: Neodyn-Magneten, die beide Rahmenteile unsichtbar und zuverlässig zusammenhalten.

Bisher setzt Du vor allem Aufträge von Betoniu um – können wir auf Sicht auch damit rechnen, Designs von Dir bei Betoniu zu sehen?

Das ist das große Ziel – ich bin fleißig am Skizzieren und Überlegen. Aber leider fehlt mir im Moment angesichts einiger größerer Aufträge ein bisschen die Zeit, das konkret umzusetzen. Aber es kommt auf jeden Fall ’was!

Was möchtest Du in den nächsten Jahren besonders gern umsetzen?

Ich möchte gern eine „Freie Tischlerei“ eröffnen. Wo Studenten, kleine Bürger, leute aus dem Büro – also alle, die eine Abwechslung brauchen – einfach mal vorbeikommen, einfach mal den Feierabend oder ein paar freie Tage verbringen und ihre persönlichen Projekte verwirklichen. Mit Holz zu arbeiten, etwas zu entwerfen, etwas zu schaffen – das ist Entspannung pur und eine willkommene Abwechslung zum Alltag.