Was bzw. wer ist das Studio Montag und wofür steht es?

Wir, also Julia Donath, Christoph Thetard und Stephan Bohn, haben Studio Montag 2012 mit dem Ziel gegründet, gemeinsam mit unseren Kunden zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Wir versuchen stets, dass Produkte, die wir mit unseren Kunden entwickeln, auch sinnhaft sind und einen wirklichen Mehrwert bieten. Ungewöhnlich ist, glaube ich, das wir sehr lösungsoffen an die Projekte rangehen. Wir sind zwar Produktdesigner, aber wenn die optimale Lösung für das Problem ein Service oder eine App ist, dann sprechen wir das an und finden Partner, mit denen wir das umsetzen.

Was waren die Höhepunkte Eurer bisherigen Tätigkeit?

Im ersten Jahr hatte jeder seinen eigenen Job und wir haben als Ausgleich als Kollektiv zusammen Ausstellungen unserer “Freien Projekte” gemacht. Dann kam ein Anruf, ob wir uns zutrauen würden, für einen Mittelständler das komplette CI der neuen Industriemaschinen zu entwickeln. Durch die Größe des Projektes war klar, dass wir das nur in Vollzeit mit eigenen Räumlichkeiten etc. durchführen können würden. Das heißt Jobs kündigen und kurzfristig rein in die Selbstständigkeit. Das war ein natürliches ein großer Schritt. Uns war aber schnell klar, dass wir so eine Chance nicht wieder bekommen würden. Tatsächlich hatten wir bei dem Auftrag die Gelegenheit, unseren Blickwinkel so einzubringen, dass letztlich die ganze Konstruktion überarbeitet wurde, um den Nutzungsanforderungen besser gerecht zu werden. Das gehört nach wie vor zu den Höhepunkten unserer Arbeit, wenn wir unseren Kunden zeigen können, wenn wir es Schaffen ein Produkt spürbar zu verbessern.

Studio Montag

Wie kamt Ihr zum Thema Beton?

2012 wurden wir gefragt, ob wir an einem Workshop zum Thema “ultrahochfester Beton” teilnehmen wollen. Dort konnten wir mit dem Material experimentieren und mit den beeindruckenden Eigenschaften spielen.

Was schätzt ihr an dem Werkstoff, wo seht Ihr die Grenzen?

Der ultrahochfeste Beton lässt sich sehr dünnwandig auftragen. Zudem ist es möglich, wirklich glänzende Oberflächen zu erstellen. Durch die hohe Dichte nimmt er zudem kein Wasser auf. Und das alles direkt aus der Gießform heraus, ohne zusätzliche Oberflächenbehandlung. Das ist ein echter Pluspunkt, wenn man es beispielsweise mit Porzellan vergleicht.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt für uns eine große Rolle. Der Abbau von Zement ist aufwendig. Daher versuchen wir Beton bewusst dann einzusetzen, wenn er einen echten Mehrwert bietet im Vergleich zu anderen Materialien.

Was führte Euch zum Entwurf der Tischmörser?

Tischmörser – ein Entwurf des Studio Montag für BetoniuWir haben 2012 auf dem Designfestial DMY ein eigeninitiiertes Projekt zum Thema Esskultur in Form eines Pop-up Restaurants präsentiert. Dazu haben wir uns intensiv mit dem Thema Essen und dem gesamten Kontext drumherum beschäftigt. Aufgefallen ist uns, das frisch gemahlener Pfeffer und andere Gewürze sehr gut riechen, aber wenn man sie aus der Mühle auf das Gericht mahlt, der Duft sehr schnell wieder verflogen ist. So kamen wir auf das Thema Mörser.

Damit der Mörser stabil ist und auch stehen bleibt, muss sich der Schwerpunkt weit unten befinden. Gleichzeitig ist es aber notwendig, dass die Wände möglichst dünn sind, damit möglichst viel Gewürz im Mörser aufbewahrt werden kann. Die dafür notwendigen Unterschiede in den Materialstärken sind mit Porzellan nicht realisierbar. Da kam das Wissen aus dem Beton-Workshop gerade recht.

Was sind die Besonderheiten des Produktes, für wen ist es gedacht?

Das Produkt ist ein kleiner Mörser mit integriertem Vorratsbehälter. Gedacht ist es als Tischmörser anstelle von Pfeffer- oder Salzmühlen zum Verfeinern oder Nachwürzen. Im Gegensatz zu einer Mühle lassen sich die Eigenschaften wie Härte, Geruch, Konsistenz etc. viel bewusster wahrnehmen. Damit ist es speziell für den Slowfoodbereich gut geeignet. Ursprünglich als Pfeffer- und Salzstreuer gedacht, kann man es natürlich auch für viele andere Gewürze nutzen.

War Beton für Euch eher eine Eintagsfliege oder was kann man in der Hinsicht auch künftig noch etwas von Euch erwarten?

Das hängt von den Projekten ab. Sollten wir auf ein neues Problem stoßen, für das Beton die optimale Materialwahl ist, werden wir es sicher wieder verwenden.

(Foto ganz oben: Louis Volkmann)